Schall in Lüftungsanlagen ist ein bisschen wie ein undichtes Dach: Man merkt es erst, wenn es zu spät ist. Sobald eine Anlage läuft, wandern Strömungsgeräusche und Maschinengeräusche durch die Luftleitungen – direkt in Büros, Schlafzimmer oder Operationssäle. Kulissenschalldämpfer unterbrechen diesen Weg. Wie sie das tun, worauf es bei Auslegung und Dimensionierung ankommt und wo typische Fehler passieren, zeigt dieser Artikel.
Kulissenschalldämpfer sind für rechteckige Kanalquerschnitte konzipiert und damit das Mittel der Wahl überall dort, wo große Volumenströme mit hoher Einfügungsdämpfung kombiniert werden müssen. Das Prinzip: Mehrere schallabsorbierende Kulissen werden parallel im Kanalquerschnitt angeordnet, die Luft strömt durch die Spalte zwischen ihnen, und der Schall wird absorbiert, bevor er sich weiter im Luftleitungsnetz ausbreitet.
In der Praxis werden Kulissenschalldämpfer vor allem in Bürogebäuden, Hotels und Einkaufszentren eingesetzt. In Krankenhäusern und Schulen treffen Hygieneanforderungen und akustische Komfortziele gleichzeitig aufeinander. Für Industrieanlagen mit chemisch aggressiver Abluft kommen Sonderausführungen in Edelstahl V2A oder Kunststoff zum Einsatz. Unmittelbar hinter dem Ventilator verhindert der Kulissenschalldämpfer, dass sich maschinell erzeugte Strömungsgeräusche ins Luftleitungsnetz ausbreiten.
Wichtig für die Planung: Kulissenschalldämpfer sind Innenraumprodukte. Empfohlene Anströmgeschwindigkeit 4-8 m/s, empfohlene Anströmlänge mindestens 1,5-fache Breite oder Höhe des Querschnitts.
Die Schalldämmkulisse selbst ist das Herzstück: ein profilierter Rahmen aus verzinktem Stahlblech mit strömungsoptimiertem Radius, befüllt mit feuchtigkeitsabweisender, nicht brennbarer Mineralwolle (Baustoffklasse A1 nach DIN 4102), beidseitig kaschiert mit abriebfester Glasseide. Abriebfest bis 20 m/s Spaltgeschwindikeit, Betriebstemperatur bis 80 °C. Kulissenbreiten 100, 200 und 300 mm.
Schalldämmkulissen sind in unterschiedlichen Ausführungen verfügbar. Die Schalldämmkulisse SDK bildet die Grundform. Sie ist mit einer Glasseidenabdeckung versehen und wirkt als reine Absorptionskulisse.
Für eine breitbandigere Schalldämpfung werden die Kulissen mit einer wechselseitigen Kammerblechabdeckung ausgeführt (SDK-K). Diese Bauart arbeitet als Kammer-Absorptionsschalldämpfer und erweitert das Dämpfungsspektrum.
Zum erhöhten mechanischen Schutz kann die Kulisse vollständig mit Lochblech abgedeckt werden (SDK-L).
Sonderausführungen in Edelstahl V2A (1.4301) und Kunststoff (PPs). Luftdichtheitsklassen bis LDK D, Druckbelastbarkeiten bis +2.000 / -750 Pa realisierbar.
Kulissenschalldämpfer berühren mehrere Normbereiche gleichzeitig. Die EN ISO 7235 definiert die Prüfmethodik für Einfügungsdämpfung, Druckverlust und Strömungsgeräusch – ohne belastbare Prüfdaten ist eine seriöse Auslgeung nicht möglich.
Die VDI 6022 betrifft Hygiene in RLT-Anlagen und ist für nahezu jedes Objekt mit Personenbelegung relevant: Kulissenoberflächen müssen fungizid ausgerüstet sein und eine Hygiene-Konformitätsprüfung bestanden haben. Die VDI 3803 legt übergreifende Planungsanforderungen fest. Absorptionsmaterial gemäß DIN 4102 / EN 13501-1 Baustoffklasse A1 ist Pflicht. Die EN 15727 regelt die Luftdichtheit (LDK B, C oder D).
Der Kulissenschalldämpfer ist ein technisch ausgereiftes Bauteil. Was den Unterschied macht, liegt selten im Produkt selbst – sondern in drei Bereichen, die häufig zu wenig Aufmerksamkeit bekommen.
Die airleben GmbH bietet das vollständige Programm – von KSD bis KSD-KR, in verzinktem Stahl, Edelstahl V2A und Kunststoff. Akustische Kenndaten vom Fraunhofer Institut geprüft, Hygiene-Konformität durch unabhängige Zertifikate nachgewiesen.
airleben Technik-Abteilung
technik@airleben.de
03621 – 514 45 112