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Wohnraumlüftung: Systeme, Normen und die richtige Lösung für jedes Zuhause

Frische Luft, ohne Energie zu verschenken

Moderne Wohngebäude werden immer dichter gebaut – das spart Heizenergie, hat aber einen Haken: Über undichte Fenster und Fugen strömt kaum noch Luft nach. Ohne technische Unterstützung drohen Feuchtigkeit, Schimmelbildung und eine schlechte Raumluftqualität.

Genau hier setzt die kontrollierte Wohnraumlüftung an. Sie sorgt unabhängig vom Nutzerverhalten für einen konstanten Luftaustausch, schützt die Bausubstanz und verbessert spürbar das Raumklima – mit oder ohne Wärmerückgewinnung (WRG). In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, welche Systeme es gibt, welche Normen bei Planung und Ausführung zu beachten sind und wie Sie die passende Lösung für Ihr Projekt finden.

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4 Minuten

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Warum kontrollierte Wohnraumlüftung heute unverzichtbar ist

Früher übernahm die sogenannte Fugenlüftung einen Großteil des Luftaustauschs in Wohngebäuden – undichte Fenster und Bauteile ließen unkontrolliert Luft nachströmen. Bei heutiger energiesparender Bauweise mit luftdichter Gebäudehülle funktioniert das nicht mehr. Die Folge: Feuchtigkeit aus Duschen, Kochen und Atmen bleibt im Raum, CO₂ reichert sich an, und das Schimmelrisiko steigt.

Eine kontrollierte Lüftungsanlage übernimmt den notwendigen Luftwechsel nutzerunabhängig – also auch dann, wenn die Bewohner nicht zu Hause sind oder schlicht vergessen zu lüften. Das ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern in vielen Fällen auch gesetzlich vorgeschrieben (mehr dazu im Abschnitt zu Normen und Pflichten).

Wohnzimmer

Systeme im Überblick: zentral, dezentral, mit oder ohne WRG

Für die Wohnraumlüftung gibt es nicht die eine richtige Lösung – die passende Anlage hängt von Gebäudetyp, Sanierungsgrad und Budget ab. Grundsätzlich unterscheidet man:

  1. Zentrale Abluftanlage ohne WRG: Eine zentrale Entlüftungsbox saugt die Luft aus Küche, Bad und WC ab, während Zuluft über Außenwandventile oder Fensterfalzlüfter nachströmt. Ergänzt durch Staubfilter und bedarfsgeführte Regelung eine wirtschaftliche Lösung für den Wohnungsbau.
  2. Dezentrale Abluftanlage ohne WRG: Wandeinbaugeräte werden direkt in den Außenwänden einzelner Räume installiert. Sie sind besonders bei Sanierungen im Bestand interessant, da keine durchgängige Kanalführung nötig ist.
  3. KWL-Geräte mit Wärmerückgewinnung: Zentrale oder dezentrale Zu- und Abluftanlagen führen der Wohnung kontinuierlich frische, gefilterte Außenluft zu und nutzen dabei die Wärme der Abluft zur Vorerwärmung der Zuluft. Ausgestattet mit CO₂- und Feuchtigkeitssensoren, arbeiten moderne KWL-Geräte bedarfsgeführt und besonders energiesparend.

 

Alle Systeme lassen sich sowohl in Einzelwohnungen als auch in Mehrfamilienhäusern mit zentraler oder dezentraler RLT-Anlage realisieren – entscheidend ist eine saubere Auslegung auf Grundlage des jeweiligen Lüftungskonzepts.

Vorteile der kontrollierten Wohnraumlüftung

  1. Gesundes Raumklima: Ein konstanter Luftwechsel reduziert CO₂-Konzentration, Feinstaub und Allergene in der Raumluft.
  2. Schutz vor Feuchte und Schimmel: Der nutzerunabhängige Feuchteschutz verhindert Bauschäden, die durch unzureichende Lüftung entstehen können – gerade in dicht gedämmten Gebäuden.
  3. Energieeffizienz: Anlagen mit Wärmerückgewinnung übertragen einen Großteil der Wärme aus der Abluft auf die Zuluft und senken so spürbar die Heizkosten.
  4. Lärm- und Pollenschutz: Da nicht mehr über die Fenster gelüftet werden muss, bleiben Straßenlärm und Pollen draußen – ein Pluspunkt für Allergiker und Anwohner stark befahrener Straßen.
  5. Geringer Wartungsaufwand: Moderne Systeme sind auf lange Filterstandzeiten und einfache Wartung ausgelegt.

Normen und Pflichten: Was Planer und Bauherren wissen müssen

Die Auslegung einer Wohnraumlüftung ist kein Bauchgefühl, sondern folgt klaren Regelwerken:

  • DIN 1946-6 „Lüftung von Wohnungen“: Die zentrale Norm für die Wohnraumlüftung. Sie verpflichtet zur Erstellung eines Lüftungskonzepts bei Neubauten sowie bei Sanierungen, sobald mehr als ein Drittel der Fenster, der Dach- oder der Fassadenfläche erneuert wird. Das Konzept weist nach, ob die natürliche Infiltration für den Feuchteschutz ausreicht oder ob lüftungstechnische Maßnahmen erforderlich sind – gestaffelt in vier Lüftungsstufen.
  • DIN 18017-3: Regelt die Lüftung fensterloser Bäder und Toilettenräume mittels Ventilatoren und wird häufig ergänzend zur DIN 1946-6 herangezogen.
  • VDI 6022: Definiert Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen – von der Planung über den Betrieb bis zur Wartung.
  • GEG (Gebäudeenergiegesetz): Löst die frühere EnEV ab und verweist für Wohngebäude auf ein Referenzlüftungssystem in Form einer zentralen, bedarfsgeführten Abluftanlage mit geregeltem DC-Ventilator. Die Wahl des Lüftungssystems wirkt sich damit direkt auf den nachzuweisenden Primärenergiebedarf aus.

 

Wichtig für Planer, Ingenieure und Monteure: Wird die Pflicht zum Lüftungskonzept ignoriert, drohen im Schadensfall nicht nur Haftungsrisiken, sondern auch der Verlust von Fördermitteln. Eine sorgfältige, normkonforme Auslegung lohnt sich also doppelt.

Die richtige Lösung finden

Ob zentrale oder dezentrale Anlage, mit oder ohne Wärmerückgewinnung – die passende Wohnraumlüftung hängt von Gebäudetyp, Sanierungsstand und individuellen Anforderungen wie Schallschutz oder Allergikerbedarf ab. Bei komplexeren Fragestellungen unterstützt Sie unsere technische Beratung bei Auslegung und Planung.

Energiesparende KWL-Geräte mit CO₂- und Feuchtigkeits-Sensoren sowie flexible Luftverteilsysteme mit geringem Wartungsaufwand.

Zentral-Entlüftungsbox, Staubfilter, Raumluftsystem und bedarfsgeführte Lüftung für den Wohnraum.

Wandeinbaugeräte, dezentrale Lüftungsgeräte ohne WRG.

Ansprechpartner / Kontakt

airleben Technik-Abteilung

technik@airleben.de

03621 – 514 45 112